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50. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 16. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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buch legislativer Weisheit betrachtet, kann der franzoͤ⸗ ſiſche Koder auf allgemeine Bewunderung Anſpruch machen, wegen der Klarheit und Beſtimmtheit, mit welcher die Grundſaͤtze aufgeſtellt und ausgedruͤckt ſind. Er weicht in ſeinen Principien von denen des roͤmiſchen Rechts, der Quelle aller gerichtlichen Maximen, nur wenig ab. Der Unterſchied iſt vielleicht am groͤßten in Hinſicht auf den ſogenannten Familienrath, einen Ge⸗ genſtand, der jedoch von keiner großen Bedeutung iſt.

Nachdem man ſolchergeſtalt mit dem Civilgeſezbu⸗ che fertig geworden, wurden Auſtalten getroffen, dem⸗ ſelben durch Errichtung von Gerichtshoͤfen Kraft zu ge⸗ ben; die Richter wurden nicht mehr, wie ſie es vor der Revolution waren, auf Sporteln angewieſen, ſon⸗ dern aus der Staatskaſſe beſoldet. Da es in Frankreich an denjenigen Subjecten fehlt, die in England die ſo⸗ genannte unbeſoldete Magiſtratur bilden, ſo erhielten die franzoͤſiſchen Friedensrichter die geringe Beſoldung von 800 bis 1000 Franken. Auf ſie folgten die Richter erſter Inſtanz mit einem Gehalte von hoͤchſtens 3000 Franken; die Richter bei den Obertribunalen hatten 4* bis 5000 Fr., und die vom Kaſſationshof nur 10,000, wo⸗ von ſie in der Hauptſtadt kaum ihrem Range gemaͤß le⸗ ben konnten. Doch war, ungeachtet dieſes geringen Dienſteinkommens, das Amt der franzoͤſiſchen Richter in den Augen des Publikums ſehr geachtet, und ſie ſuchten dieſe Achtung durch Fleiß und Unpartheilich⸗ keit zu verdienen.