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lich nicht mehr gebr aucht, um ein Geſtaͤndniß zu er⸗ preſſen, aber ein ſolches Ausfragen erſcheint uns gewiſ⸗
ſermaßen als eine moraliſche Folter, durch welche ein
furchtſamer und unwiſſender, aber doch unſchuldiger Menſch in ſo unaufloͤsbare Widerſpruͤche verwickelt werden kann, daß er vielleicht ſein Leben hingeben muß, nur weil er es nicht verſteht, daſſelbe zu vertheidigen. Wir wollen dieſe Bemerkungen uͤber den Koder Na⸗ poleon nicht weiter fortſetzen, und zwar um ſo weniger, als wir offen bekennen muͤſſen, daß die Sitten und Ge⸗ wohnheiten eines Landes nothwendig den groͤßten Ein⸗ fluß auf deſſen Geſetze haben; daß in Frankreich irgend ein gegebenes Syſtem der Jurisprudenz allen Forde⸗ rungen entfprechen kann, welches dagegen fuͤr Eng⸗ land ganz ungeeignet ſeyn wuͤrde. Die humane Be⸗ ſtimmung, die dem Beklagten den Beiſtand eines rechts⸗ gelehrten Nathgebers geſtattet, iſt ein Vorrecht, das der Beklagte in England entbehren muß, und bedeutend ge⸗ nug, um andere Nachtheile des franzoͤſiſchen Verfah⸗ rens wieder aufzuwiegen. Auch moͤchte ſcheinen, daß den Maͤngeln des franzoͤſiſchen Koder, die aus ſeiner Neuheit und ſeiner Buͤndigkeit entſtehen, durch die
Entſcheidungen einſichtsvoller und gelehrter Richter,
wie in England, allmaͤhlig werde abgeholfen werden, und daß dasjenige, was wir dermalen an dem Syſteme als einen Fehler ausſetzen, mit der Zeit von ſelbſt verſchwinden muͤßte. Als ein wiſſenſchaftliches Werk und als ein Hand⸗


