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aber ſie war wie ein Kind um Puke herumgegangen und hatte ihn betrachtet.
„Laß uns jetzt ſitzen,“ bat ſie endlich;„ich be⸗ darf einiger Ruhe.“
„Du biſt krank, Alma.“
„Ach nein! Ich habe mich nie beſſer befunden als jetzt. Sehe ich nicht ganz geſund aus? Habe ich nicht rothe Wangen?“
Aber ihr Kopf ſank hinab. 3
„Wie gütig doch Gott iſt!“ ſeufzte ſie.
„Du erſchreckſt mich, Alma.“
„Iſt Er denn nicht gütig?“ wiederholte Alma. t„Ach ja, Er iſt es.“
Und ſie neigte ſich an ſein Ohr und flüſterte lächelnd einige Worte.
„Wie? Du wirſt mich nicht überleben?“
Puke betrachtete ſie und glaubte zu ſehen, daß ſie die Wahrheit ſprach.
Er drückte ſie an ſeine Bruſt.
Amanda vermochte ſich nicht länger zu beherr⸗ ſchen. Sie ſtrich das Haar aus Pukes Stirne; ſie umfaßte ihn mit einem Blick voll Feuer.
„Und dieſes Haupt...“ ſagte ſie; ſie wollte hinzuſetzen:„ſoll fallen, von mir dem Henkerbeil überliefert;“ aber die Worte erſtarben auf ihren Lippen..
Sie hatte ihre Hand auf ihr Haupt gelegt; ſie beugte ſich über ihn herab; ſie wollte gleichſam ſeine Züge in ihre Seele einprägen; plötzlich drückte ſie einen Kuß auf ſeine Stirne.
„Leb wohl, mein Bruder,“ rief ſie dann,„leb wohl, leb wohl!“ 5


