Teil eines Werkes 
20. bis 24. Bändchen (1857)
Entstehung
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Und das Geſicht in beide Hände verbergend, ſtürzte ſie hinaus.

Siehſt Du das ſchöne Wölkchen da oben am Himmel? fragte Alma.

Ich ſehe, ich ſehe.

Weißt Du, daß ich es zu unſerer künftigen Wohnſtatt auserſehen habe? Iſt es nicht ſchön?

Ach ja!

Dort wollen wir mit einander wohnen und leben.

Ja, ja!

Dort wollen wir Morgens und Abends Blu⸗ men pflücken; ach wie heiter und angenehm werden wir es dort haben!

Ganz gewiß, gute Alma! Ich ſehne mich nach der Heimath da oben.

Wir brauchen nicht ſo lange zu warten. Siehſt Du, Puke, wenn Du jetzt zum Tode gehſt, ſo mußt Du Deine Augen auf dieſe Wolke da richten. Ich bin dann ſicherlich bereits dort und werde Dir win⸗ ken. Du thuſt es doch, Puke?

Sei überzeugt davon.

Ach, wie freundlich war es von dem Doctor, daß er mich hierhergehen ließ! Jetzt bin ich ſo ver⸗ gnügt, ach, ſo vergnügt, ſeitdem wir übereingekom⸗ men ſind, wie wir es halten wollen. Von dieſem

Augenblick an ſoll kein Seufzer mehr über meine

Lippen kommen, ausgenommen der letzte, der ein Freudenſeufzer ſein wird. Aber vielleicht iſt es Zeit, daß wir uns trennen. Willkommen nach mir! Ich werde die Stunden zählen. Vergiß die Wolke dort nicht!