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„Ich glaube, ſagten Sie...“
„Ich glaube, daß Du mich ein wenig ſchminken ſollteſt. Warum ſoll ich meinen Kummer zeigen? Ach nein, nein, jetzt muß ich geſund und heiter er⸗ ſcheinen...“
So ſchwatzte Alma, bis ſie angekleidet war und, geſtützt auf Marie Luiſe und Amanda, hinausgeführt wurde. Eine CEquipage erwartete ſie bereits auf dem Schloßhof und brachte ſie, nebſt Ehrenpreutz und Creutz, nach dem Staatsgefängniß.
Nach der Verkündigung des Urtheils wurden die Gefangenen weniger ſtreng gehalten: Freunde und Verwandte durften ſie beſuchen.
Jonas führte alſo dem Capitän Puke täglich ſei⸗ nen Sohn zu. Tauſend Lehren und Ermahnungen ſuchte der Vater dem Jungen einzuprägen; tauſend⸗ mal erneute Jonas ſein Verſprechen für ihn Sorge zu tragen und ihn zu einem rechtſchaffenen Mann zu erziehen.
Jonas hatte ſich kaum erſt mit dem Kleinen wegbegeben, als Chrenpreutz und Creutz eintraten.
Die Folgen der Tortur feſſelten Puke ans Bett. Man begreift leicht, daß keine lange Unterredung ſtattfinden konnte.
CEhrenpreutz und Creutz drückten ihm die Hand. Puke ſah wohl, daß dies aus Dankbarkeit für die abgelieferten Papiere geſchah.
„Wir kommen nicht allein,“ ſagte indeß Chren⸗ preutz;„es ſind zwei Damen bei uns, die von Ihnen Abſchied zu nehmen wünſchen.“


