₰+
243
„Ich weiß es, Madame.“
„Die Reichsſtände haben, auch ihn dafür belohnt, aber er iſt in Verzweiflung deßhalb. Er möchte lie⸗ ber zu den Verurtheilten, als zu den Belohnten ge⸗ hören. Er ſteht draußen; wollen Ew. Majeſtät ein freundliches Wort zu ihm ſagen?“
Auf das Geheiß der Königin ſtand Daniel, be⸗ gleitet von Clara und Alexander, bald vor ihr.
Die Königin betrachtete ihn eine Weile unter tie⸗ fem Schweigen.—
„Mama,“ ſagte plötzlich Prinz Guſtav,„er war es, der mir einmal das Leben rettete.“
„Du haſt Recht, mein Sohn,“ ſprach ſie,„neben der Belohnung, welche die Reichsſtände Ihnen gege⸗ ben, Schedvin, nehmen Sie jetzt auch dieſen Ring zurück, den Sie vor einigen Monaten zurückgaben, nachdem Sie ihn zuvor in Drottningholm von mir empfangen hatten. Mag er Ihnen beweiſen, daß ich, ſo tief ich auch das Geſchehene beklage, dennoch einen unvorſätzlichen Fehler von einem vorſätzlichen zu un⸗ terſcheiden weiß.“
Nach einer kurzen Pauſe, wobei ihre Blicke im Zimmer umherſchweiften, fuhr ſie fort:
„Sie haben auch Ihre Tochter bei ſich, Frau Schedvin. Ich verſprach ihr einmal eine Fürbitte bei hünen einzulegen. Sie wiſſen vielleicht nicht... ſie iebt... 4
„Alexander, Ew. Majeſtät. Ich weiß es und habe bereits meine Einwilligung ertheilt.“
„Dank, Frau Schedvin, Dank! In einer ſo ſturmvollen Zeit wie dieſe iſt es erfreulich, da und
dort eine Oaſe von Frieden und Glück zu finden.


