Teil eines Werkes 
20. bis 24. Bändchen (1857)
Entstehung
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wohlverdienten Verachtung, welche die Königin ihr bewieſen, noch nicht erholt hatte, wollte um Alles in der Welt in dieſem Augenblick die für ihr Gefühl ſo hochwichtige Frage, wer ihre Eltern geweſen, nicht erörtern hören. Sie ahnte jedoch ſogleich, daß Frau Schedvin eben von ihnen zu ſprechen beabſichtigte, und ſie fuhr erſchrocken zuſammen bei dem Gedan⸗ ken, dieſelben gerade jetzt kennen zu lernen. Sie ſchämte ſich in tiefſter Seele.

Madame, Madame, ſagte ſie daher, indem ſie bittend ihre Hände gegen die Alte ausſtreckte.

Frau Schedvin meinte jetzt die Stimme des Ge⸗ ſpenſtes wieder zu hören, und ſie fuhr mit neuer⸗ wachtem Verdruß fort:

Und Sie, Mamſell Amanda, haben ſich gar zu wohl ums Vaterland verdient gemacht, als daß ich nicht gerne Ihr Glück dadurch erhöhen ſollte, daß ich Ihnen Aufſchlüſſe über Ihre Eltern gebe.

Amandas geheimnißvolle Geburt war zu bekannt, um die Aufmerkſamkeit ſonderlich zu reizen; aber man erwartete von einem neuen Scandal oder von Gott weiß was zu hören.

Obſchon, fuhr Frau Schedvin fort,eine ge⸗ raume Zeit verfloſſen iſt, ſeit ein bekannter Reichs⸗ verräther und Verbrecher zum Tod verurtheilt wor⸗ den, ſo befinden ſich doch ſicherlich Viele unter uns, die ſich ſeines Namens erinnern. Er hieß Weſte.

Frau Schedvin konnte nicht anders ſprechen; ſie wußte Nichts von den Aufſchlüſſen, welche der Leſer bereits von andern Seiten her erhalten hat, und denen zufolge Weſtes Verbrechen rein politiſcher Na⸗ tur war.

Ridderſtad, Luiſe ulrikens Hof. V. 16

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