daß Wir Uns getroſt Jedem anvertrauen können, und daß Wir, nächſt Gottes Schutz, keiner andern Obhut bedürfen, als der Liebe und Ergebenheit Un⸗ ſerer Unterthanen. Deßhalb verdrießt es uns um ſo mehr, daß man die Ränke der Verbrecher durch⸗ verdammenswerthe Verdächtigungen unſchuldiger, redlicher und wohlmeinender Unterthanen bemän⸗ teln will.“
Die Königin preßte vor Aerger ihre Lippen zu⸗ ſammen. Ihre Augen warfen Strahlen um ſich, die den verzehrenden Glanz des Blitzes hatten.
Höppener fuhr fort:
„Darum gebieten und befehlen Wir Allen ins⸗ gemein und Jedem insbeſondere, unbedingt an dieſe Unſere wahrhafte Kundmachung zu glauben, alle wi⸗ derſtreitenden Gerüchte zu verachten und jeden Uebel⸗ geſinnten, der etwa noch ſchädliches Unkraut ausſäen wollte, zur geſetzlichen Anzeige zu bringen. Wir er⸗ warten dies als einen neuen Beweis für die wohl⸗ meinende Geſinnung und den Eifer Unſerer getreuen Unterthanen, damit alle Mißverſtändniſſe unter ih⸗ nen gehoben werden...“
„Genug, genug!“ rief der König.
„Dieſes Schreiben,“ ſagte die Königin,„iſt ganz abſcheulich. Es proclamirt im Namen des Königs den gräßlichſten Undank gegen unſeretreueſten Freunde. Es macht uns all der Ergebenheit und Freundſchaft, wofür jetzt ſo manche ausgezeichnete und geachtete Männer Leben und Blut opfern müſſen, ganz unwür⸗ dig. Es ſtellt uns vor allen wohldenkenden Leuten ſo hin, daß man unſere Feigheit und Schwäche be⸗ mitleiden muß. Nein, nein, dieſes Schreiben haben


