Teil eines Werkes 
20. bis 24. Bändchen (1857)
Entstehung
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hier ein ſchreckliches Warnungsexempel ſtatuirt werden.“

Mehr konnte Pechlin nicht ſagen, aber dies war ſchon genug.

Die Königin blieb in dieſem Augenblick mit der Gräfin Brahe vor ihnen ſtehen, die Hoffnung mit der Hoffnungsloſigkeit.

Die Gräfin wollte ſprechen, aber ſie vermochte nicht. Sie heftete bloß einen beredten Blick auf die mächtigen Männer: dieſer Blick war ein Strahl aus einem thränenfeuchten Auge, ein ſtilles Gebet des Kummers. Noch einmal verſuchte ſie ihre Stimme zu erheben, aber dieſe Stimme erſtarb auf ihren Lip⸗ pen. Statt zu ſprechen, ſank ſie auf ihre Kniee und faltete ihre Hände.

„Ach, meine Herren,“ ſagte die Königin,„in dieſer Stellung ſpricht man nur zu Gott. Können Sie ihr ſtilles Flehen abſchlagen? Gott würde es gewiß nicht thun. Sie antworten nicht?“

Ein tiefer Seufzer hob die Bruſt der Gräfin, und dieſer Seufzer brachte zwei Worte über ihre Lip⸗ pen mit:

„Mein Mann!“

Dieſe Worte enthielten Alles, was ſie zu ſagen hatte.

Aber wenn auch Ferſen und die Uebrigen ihre Theilnahme nicht zu unterdrücken vermochten, ſo klang ihnen doch Pechlins Warnung noch in den Ohren.

„Frau Gräfin,“ ſagte Ferſen,„ich bitte Sie... ſtehen Sie auf, Gott kann viel verzeihen, weit mehr als die Menſchen, weil Seine unendliche Weisheit