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Male angeſehen, als ſuchte Jeder im Geſichte des Andern eine Stütze gegen ſein eigenes Gefühl, aber ſie fanden eine ſolche Stütze nicht und mußten ſich zu ihrer Ueberraſchung ſelbſt geſtehen, daß trotz ih⸗ res Vorſatzes eine innige Theilnahme in ihrer Bruſt erwachte.
Ferſen fühlte jedoch, daß die Antwort ihm zukam und daß dieſelbe bei ſeiner Stellung eine große Ver⸗ uiaetüühegit in ſich ſchloß. Er hatte im Namen
der Ritterſchaft und des Adels das Urtheil unter⸗ zeichnet; jetzt mußte er es auch auf eine dieſes Stan⸗ des würdige Weiſe verfechten.
„Ew. Majeſtät,“ ſagte er,„ich beklage, daß das begangene Verbrechen nicht bloß ein Verbrechen ge⸗ gen uns vier iſt; ebenſo beklage ich, daß das Urtheil nicht allein von uns abhängt, denn ſonſt würden uns, fürchte ich, die Vorſtellungen Ew. Majeſtät in unſerer Ueberzeugung wankend gemacht und vielleicht ſogar für die Anſichten Ew. Majeſtät gewonnen ha⸗ ben; aber, Ew. Majeſtät, das Verbrechen iſt gegen die Staatsverfaſſung begangen, das Urtheil iſt von den Reichsſtänden gefällt worden, und ſomit können nicht wir, ſondern einzig und allein die Reichsſtände ſelbſt das Urtheil aufheben und ſeine Vollſtreckung abwenden.“
Die Königin hatte in ihrer Rührung dieſe kurze und beſtimmte Antwort nicht erwartet. Ihre Blicke flogen vom Einen zum Andern. Sie konnte kaum glauben, was ſie hörte. Aber ſie meinte dennoch in den Geſichtern dieſer Männer einige Theilnahme zu erblicken, und dieſe Idee faßte ſogleich Fuß bei ihr. Wenn ſie bedachte, daß der König ſeinerſeits eben
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