Teil eines Werkes 
20. bis 24. Bändchen (1857)
Entstehung
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Die Königin war von der aufrichtigſten Rührung ergriffen; ſie ſprach aus dem Innerſten ihres Her⸗ zens.

„Aber die Strafe,“ fuhr ſie fort,„würde nicht bloß auf mich zurückfallen; ſie würde das ganze Königshaus, meinen Gatten und meine Kinder, ſie würde auch Sie ſelbſt treffen, meine Herren! Sehen Sie, da ſteht der künftige Thronfolger. So ſehr Sie ihn auch durch neue Lehrer und neue Inſtruk⸗ tionen von mir zu entfernen geſucht haben, ſo werde ich doch immer Gelegenheit finden mit ihm zu ſprechen, und von was wird eine Mutter wohl mit ihrem Sohne ſprechen, außer von denjenigen Dingen, von denen ihr Herz voll iſt? Das Böſe wie das Gute wächst unaufhörlich vom Keim zum Schößling, vom Schößling zum Baum, und wenn wir auch nicht ſelbſt ſeine Früchte zu ſchmecken bekommen, ſo werden doch unſere Nachkommen dieſe Früchte, ob ſie nun ſüß oder bitter ſind, zu verzehren haben.“

Die Rührung der Königin war immer ſichtlicher

geworden, und ſie ſchloß, weil ſie ſich unfähig fühlte,

ihren Gedankengang noch weiter auszuführen.

Prinz Guſtav hatte ihre Rede mit einer Auf⸗ merkſamkeit angehört, welche bezeugte, wie ſehr ihm jedes Wort zu Herzen ging.

Höppener konnte der würdevollen Aufrichtigkeit, womit ſie ihre Worte ſetzte, ohne es ihnen an Kraft und Schwung fehlen zu laſſen, ſeine Bewunderung nicht verſagen.

Auch Graf Ferſen und die Sprecher vermochten ſich dem Eindruck dieſer Vorſtellungen nicht ganz zu verſchließen. Sie hatten unwillkürlich einander mehrere