Teil eines Werkes 
20. bis 24. Bändchen (1857)
Entstehung
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was Gräßliches, Entſetzliches iſt; aber iſt es einmal beſtiegen, ſo iſt es auch überwunden.“

Die Königin pauſirte einen Augenblick und ſchaute ſich appellirend um.

„Es iſt mir,“ fuhr ſie dann fort,„erzählt wor⸗ den, der eine und andere Angeklagte habe vor Ge⸗ richt auch mich genannt, als ob ich zuweilen Reden geführt hätte, die auf einen Aufruhr abzielten. Ach, meine Herren, ich bin die Schweſter Friedrichs II; ich bin unter dem Einfluß anderer Staatsprincipien, als Schweden beſitzt, herangewachſen; ich habe von Kindheit auf geſehen, wie ein großes und mächtiges Volk ſeinen ausgezeichneten Monarchen vergötterte; ich bin überdies Weib, und ſchmeichle mir, ein Weib zu ſein, das die Vorſehung wenigſtens mit einigen guten Eigenſchaften ausgerüſtet hat. Nun wohl, meine Herren, brauche ich Sie wohl darauf aufmerk⸗ ſam zu machen, welche Schlüſſe ſich ganz natürlich aus alle dem ergeben? Brauche ich Ihnen wohl zu ſagen, daß ich bei der Erinnerung an mein Vater⸗ land, und in meinem beleidigten weiblichen Stolz vielleicht manchmal ein Wörtchen fallen ließ, das meine Umgebung veranlaſſen konnte revolutionäre Wünſche bei mir vorauszuſetzen? Wenn es ſich ſo verhielte, und ich nehme als ausgemacht an, daß es ſich wirklich ſo verhält, wie entſetzlich würde dann nicht die Vollſtreckung Ihres Todesurtheils auf mich ſelbſt zurückfallen! Schon das Urtheil allein hat allen Schlaf aus meinen Augen gebannt; ſeine Voll⸗ ſtrecung würde allen Frieden aus meinem Herzen ſcheuchen. Nein, nein, meine Herren, Sie können mich nicht ſo hart ſtrafen!“