Teil eines Werkes 
20. bis 24. Bändchen (1857)
Entstehung
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ſich Ihren Beſuch erbeten hat, und ich danke Ihnen, daß Sie dieſem Wunſch nachgekommen ſind.“

Die Königin ſprach langſam und nicht ohne An⸗ ſtrengung. Ihr Sieg über ſich ſelbſt war vielleicht nicht vollſtändig. War nicht Pechlins Anweſenheit der böſe Dämon, der eine gewiſſe Gährung in ihrem Blute unterhielt?.

„Da die verhafteten Herren,“ fuhr ſie fort,„jetzt eingeſtanden haben, daß ſie aufrühreriſche Pläne ge⸗ gen die Reichsſtände und zum Vortheil der könig⸗ lichen Gewalt gehegt, ſo habe ich darüber nichts mehr zu ſagen. Gleich Ihnen, meine Herren, muß auch ich ihr Bekenntniß als wahr annehmen. Aber wenn jetzt die Stände, gegen welche die Pläne gerichtet waren, die triftigſten Gründe haben, um das Schwert des Geſetzes über ihren Häuptern zu ſchwingen, ſo dürfen Sie es doch uns, dem König und mir, in deren Intereſſe die Gefangenen ſich bloßgeſtellt ha⸗ ben, nicht verdenken, wenn wir ihrem Schickſal ein tiefes, inniges Mitgefühl weihen. Sie hören, meine Herren, daß ich aufrichtig ſpreche; aber ich weiß auch, daß ich zu den ausgezeichnetſten Männern des Landes ſpreche, und bin überzeugt, daß ein wahres und reines Gefühl in der Wagſchale Ihres Urtheils auch Etwas gilt. Ich habe jetzt eine einzige Bitte an Sie, beſtehend in dem einzigen Wort: Gnadel Iſt nicht dem Rechte des Staats ſchon durch die Fällung der Todesurtheile vollkommen Genüge ge⸗ ſchehen? Die Strafe beſteht nicht in dem Tod, ſon⸗ dern in dem Urtheil. Ich denke mir, daß das

Schaffot, am Ende unſerer Lebensbahn geſehen, et⸗ V

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