Teil eines Werkes 
20. bis 24. Bändchen (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

———

217

verlangen? Aber Sie kennen noch nicht meinen ganzen Plan. Ferſen und die Sprecher werden ſich einfinden, während der König im Berathungsſaale iſt. Im gleichen Augenblick, wo er dort ſeinen Na⸗ men verweigert, werde ich hier Ferſen gewinnen. Es iſt klar, daß die Weigerung des Königs die ganze Reichsverſammlung gegen ihn aufbringen wird; aber haben wir dann die Sprecher auf unſerer Seite, ſo iſt dem Zorn und der Macht der Reichsverſammlung die Spitze abgebrochen, und eine Reaction zu Gun⸗ ſten der Verurtheilten läßt ſich leicht herbeiführen. Was ſagen Sie dazu, Höppener?“

„Ew. Majeſtät kennen das Sprichwort vom Strohhalm. Ich kann natürlich jeden ehrlichen Ver⸗ ſuch nur gutheißen; aber ich hege meine Zweifel. Graf Ferſen und die übrigen Sprecher ſind nicht bloß wohldenkende und ehrenhafte Männer, ſondern auch Männer von Herz; aber was vermögen ihre perſönlichen Wünſche im Zuſammenſtoß mit denen der Partei?“

„Die Hoffnung, Höppener, iſt derjenige Engel, der zuletzt vom Sterbebett des Menſchen weicht, und der meinige iſt noch nicht entflohen. In wichtigen Momenten handelt es ſich nur darum, der Frage feſt ins Auge zu ſchauen. Ich habe das auch ge⸗ than und bin dabei zur Ueberzeugung gelangt, daß man es eigentlich nur auf mich abgeſehen hat. Kann z. B. der Beſchluß einer Dankadreſſe und Belohnung für Amanda einen andern Zweck haben, als mich zu beleidigen? Unmöglich. Dies iſt das Hauptaugen⸗ merk dieſer Herren. Ich ſehe es jetzt ganz deutlich, Höppener, und ich will mich auch den Sprechern