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„Papa ſagte, daß man ſein Begnadigungsrecht umgangen oder untergraben habe. Sagen Sie mir, Herr Höppener, warum hat man das gethan? Gnade, iſt es nicht etwas Schönes, Gnade zu ſpen⸗ den?“
Eine leichte Röthe kindlicher Unſchuld und Schüch⸗ ternheit breitete ſich über das Geſicht des Prinzen.
„Papa,“ fügte er mit einem ſchalkhaften Lächeln hinzu,„hat ſo oft Gnade für Recht ergehen laſſen, wenn ich etwas Unrechtes that. Ich verſtehe das nicht.“
Der Prinz hatte Höppener ſchon häufig durch ſeine Bemerkungen und Einfälle in Staunen geſetzt, und das that er auch jetzt. Als ihm daher Höppe⸗ ner in die großen, dunkelblauen Augen blickte, wie wenn er in ſeine Seele ſchauen wollte, da drängte ſich ihm unwillkürlich die Frage auf, was wohl der⸗ einſt aus dieſem Jungen werden könne, welchen die Vorſehung beſtimmt hatte, den Thron Schwedens zu beſteigen. 3
„Ich glaube,“ ſagte die Königin lächelnd zu Höppener,„die Frage meines Sohnes bringt Sie in Verlegenheit. Laſſen Sie uns Ihre Antwort hören.“
„Ew. Majeſtät haben Recht,“ verſetzte Höppener, „ich bin eine Antwort ſchuldig; aber um dem Prinzen Alles klar und deutlich zu machen, muß ich zuerſt ſagen, was ein König iſt. Königliche Gewalt und Begna⸗ digungsrecht ſind, wenn man ſie richtig auffaßt, bei⸗ nahe gleichbedeutend.“
„Ach ja, Herr Höppener, ſagen Sie mir das,“ bat Guſtav.„Was iſt ein König?“
„Ein König, mein Prinz, iſt die höchſte Gerech⸗
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