2⁵
des Volkes gleichſam zwingen oder bewegen ließ: aber in ſeiner achtungswerthen Beſcheidenheit und ehrlichen Einfalt konnte ihn leicht die Laune anwan⸗ deln, einen ganz entgegengeſetzten Entſchluß zu faſſen. Um ſich zu vergewiſſern, daß er ſeine Rolle recht durchführen würde, war daher nothwendig, daß man ſeine Zuſtimmung erhielt. Aber wie dies angreifen? In der Hauptſtadt erinnerte ihn Alles an die Nie⸗ derlagen, die er einmal ums andere den Ständen gegenüber erlitten hatte. Beinahe jedes Geſicht in ſeiner Umgebung mahnte ihn an ſeine Bedeutungs⸗ loſigkeit. Es lohnte auch kaum der Mühe, von ſol⸗ chen Dingen mit ihm zu ſprechen. Er erſchrack bei⸗ nahe vor ſeinem eigenen Schatten. Hatte man ihm ja doch ſogar vorgeworfen, daß er ſich nicht einmal vom Einfluß ſeiner Gemahlin befreien könne. Dies kränkte ihn, ohne das Verhältniß zu ändern, weil weder ſeine noch ihre Natur ſich verändern ließ. Er ſchien ſich indeß mehr Behutſamkeit in dieſer Bezie⸗ hung vorgenommen zu haben, und er trieb dies ſo weit, daß er jeden noch ſo unbedeutenden Vorſchlag, der nach ſeiner Meinung von ihr ausging, nicht bloß bekämpfte, ſondern geradezu verwarf. Die Königin, welche dieſe Veränderung ſogleich bemerkte, wußte ſich leicht zu helfen. Nachdem ſie den Entſchluß ge⸗ faßt hatte, ſich nach Drottningholm zu begeben, ließ ſie den betreffenden Vorſchlag durch eine Perſon ihrer Umgebung machen und bekämpfte ihn ſelbſt. Der König, der die beiderſeitigen Aeußerungen auf⸗ merkſam anzuhören ſchien, erklärte ſich ſogleich für den Vorſchlag, und der Beſchluß wurde unmittelbar


