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Die königliche Familie hatte erſt ſeit einigen Tagen dieſes ſchwediſche Verſailles bezogen. Die Königin wußte, daß die Stunde der Entſcheidung herannahte. Mit zunehmender Unruhe ſah ſie ihr alſo entgegen. Aber um von dem niemals verſie⸗ genden und jetzt ſtärker als je brauſenden Strom ihrer Gedanken nicht gänzlich hingeriſſen zu werden, empfand ſie ein tiefes Bedürfniß, die Ueberfülle ihrer Seele in einer ſchönen und heitern Natur auszu⸗ athmen. Sie ſehnte ſich nach Drottningholm, ohne ſich jedoch von ihren politiſchen Sorgen frei machen zu können, von denen ſie vielmehr einen nicht gerin⸗ gen Ballaſt mit ſich führte. Sie hatte es nämlich noch nicht gewagt, dem König ihre Pläne vollſtändig zu enthüllen, und ſie beſaß alſo auch ſeine Einwilli⸗ gung zu dem beabſichtigten Staatsſtreich noch nicht. Sie hatte zwar auch an die Möglichkeit gedacht, ihn in gänzlicher Unwiſſenheit über die Sache zu erhal⸗ ten und ſo zu ſagen von den Ereigniſſen ins Schlepp⸗ tau nehmen zu laſſen. Aber auf einen ſchwachen König kann man niemals bauen. Wenn man es am wenigſten ahnt, kann die Schwachheit in fieberiſche Energie umſchlagen, die ſich, da ſie niemals andere als augenblickliche Beſchränkungen kennen gelernt hat, auf irgend eine Seite wirft, und zwar gewöhn⸗ lich auf die unpaſſendſte. Ein ſchwacher Charakter kann in kritiſchen Fällen das Bedürfniß empfinden, ſtark zu ſcheinen; aber eine Kraft, welche nicht das Erzeugniß eines gereiften politiſchen Verſtandes, ſon⸗ dern bloß ein zufälliger Ausbruch iſt, iſt regellos. Für den Erfolg des Planes war erforderlich, daß der König ſich durch die laut ausgeſprochenen Wünſche


