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verdient? Der Mann ſpricht nicht übel, das mag ſein; aber offenbar iſt ſein Geſichtskreis ſehr beſchränkt. Er behauptet, daß es uns an Männern fehle; aber dies iſt ſicher nicht der Fall, ſobald wir einmal den erſten Schritt thun. Viele, die ſich jetzt noch fern halten, werden dann zum Schwerte greifen. Laſſen Sie Ihre Meinung hören, Graf Brahe!“
„Sie ſind mir zuvorgekommen,“ verſetzte dieſer. „In wichtigen Fällen muß man nicht jedes Menſchen Rath befolgen, weil man ſonſt nicht vom Fleck käme. Für Höppener macht es ſchon ſeine untergeordnete Stellung in der Geſellſchaft unmöglich, die Verhält⸗ niſſe von demſelben Geſichtspunkt aus zu betrachten, wie wir. Aus ſeinem Raiſonnement ging deutlich hervor, daß er das Land am allerliebſten in eine reine Republik verwandeln möchte, während unſere Reform⸗ pläne höchſtens dahin gehen, einen ähnlichen Zuſtand wie unter Guſtav Adolph II herzuſtellen.“
„Wie Sie ſagen, Graf Brahe. Dies iſt unſer Ziel, und Jeder, der weiter gehen will, iſt eben ſo gut unſer Feind, wie die Hutpartei. Wir gehören der Ritterſchaft und dem Adel an, müſſen uns alſo auch als Edelleute aufführen. Was ſagen Sie jetzt, Baron Horn?“
„Sie wiſſen, meine Herren, daß ich Alles thue, was Sie wollen. Auch ich ſehe, ſo gut wie jeder Andere, die Nothwendigkeit einer Veränderung ein.“
Puke hatte ſich bisher als ſtiller Zuhörer verhal⸗ ten, war jedoch dem Gang des Geſprächs mit aller Aufmerkſamkeit gefolgt. Er war kein Staatsmann und dachte gar nicht daran, welche Verfaſſung ein Land haben oder nicht haben ſollte. Das waren Sa⸗
Ridderſtad, Luiſe ulriken's Hof. V. 2


