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„Sie ſind vorſichtiger geworden, Höppener, als Sie in Drottningholm waren; Sie erinnern ſich doch unſerer dortigen Beſprechung?“
„Ich bin nicht vorſichtiger geworden, Ew. Maje⸗ ſtät, wohl aber erfahrener; ich kannte damals die Leute noch nicht ſo gut wie jetzt.“
„Welche Leute meinen Sie?“
Höppener antwortete nicht, aber er heftete einen ſo feſten Blick auf die Königin, daß ſie nicht umhin konnte, darin eine Bedeutung zu ſuchen, welche ſie nicht verſtand. Sie ſah ihn alſo fragend an, wie wenn ſie eine Erklärung verlangte. Die übrigen Anweſenden thaten daſſelbe. Alle ſchienen von ihm, wie von einem Orakel, eine entſcheidende Antwort zu erwarten. Er blieb jedoch ſtill.
„Wir wiſſen nur zu gut,“ begann die Königin wieder,„daß Sie, Höppener, mehr für die Macht des Volkes als für die königliche Gewalt eingenom⸗ men ſind; aber wenn beide in Gefahr ſtehen, ſo müſſen Sie ſich aus Liebe zur einen auch zum Vor⸗ theil der andern ausſprechen. Ihr ſcharfer Blick und Ihre genaue Kenntniß unſerer Zeit verleihen Ihrem Urtheil großen Werth. Wenn die Verhält⸗ niſſe an einem Extrem angelangt ſind, ſo iſt es die Pflicht jedes redlichen Mannes, ſich offen und ehrlich auszuſprechen. Nun wohl, was müſſen wir thun?“
Höppener bewegte ſich nicht vom Platze. Er kreuzte blos ſeine Arme und ſenkte ſeinen Blick.
„Noch einmal, Höppener, was müſſen wir thun?“
Mit tiefem Ernſt erſcholl es durchs Zimmer:
„Revolution!“


