Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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Auch dieſe, Ew. Majeſtät, iſt noch nicht über die Prämiſſen hinausgekommen.

Und wie glauben Sie, daß die Concluſionen ausfallen werden?

Höppener antwortete blos mit einem Achſelzucken.

Kaum erſt hatte er ſo unzweideutige Beweiſe ins Feld geführt und den Verlauf der Ereigniſſe, wie überhaupt den ganzen Stand der Dinge mit ſolchem Scharfſinn beurtheilt, daß ſeine jetzige ſtumme und doch ſo ſprechende Antwort nothwendig als Vorbote eines neuen Unglücks betrachtet werden mußte.

Von allen Seiten ſah man ihn fragend an, als wollte man in ſeinen Zügen leſen, was er wohl ge⸗ meint haben möge.

Höppener, bemerkte die Königin,Sie haben geſagt, daß Sie die königliche Gewalt als gänzlich

. untergraben betrachten?

Ja, Ew. Majeſtät.

Sie haben ferner geſagt, daß die Macht des Volkes mißachtet und mit Füßen getreten werde.

Ganz richtig. Ich habe auch das geſagt.

Aber wenn ſowohl die königliche Macht als die Macht des Volkes gekränkt und vernichtet wird, wie ſteht es da um die Nation?

Sie iſt unterdrückt, Ew. Majeſtät.

Unterdrückt, ſagen Sie; gut! Aber wird wohl das ſchwediſche Volk, das von jeher ein freies Volk war und nur eine an die Geſetze gebundene Obrig⸗ keit über ſich erkannte, die Unterdrückung einer Partei ertragen?

Höppener antwortete nicht; aber ſeine Stirne legte ſich in finſtere Runzeln, und ſeine Lippen zitterten.

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