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Unmittelbar darauf überſchickten auch die Reichs⸗ ſtände dem Könige ein langes Schreiben, worin ſie in keiner Beziehung ein Blatt vor den Mund nahmen.
Wir wollen hier einige Stellen aus dieſer Denk⸗ ſchrift mittheilen:
„Ew. königlichen Majeſtät können die Reichsſtände nicht länger verhehlen, daß ſie bemerken müſſen, wie Ihre königliche Majeſtät die Königin ihnen nicht die⸗ jenige Ehre erweist, die ihnen als machthabenden Ständen und als Ew. königlichen Majeſtät treuen Unterthanen gebührt, welche Ew. königliche Majeſtät zu einem ſo glänzenden Ehrenamt unter den Königen auserkoren haben und bereit ſind, für das unzer⸗ trennliche Wohl Ew. Majeſtät und des Reiches nö⸗ thigenfalls ihr Gut und Blut zu opfern.
„Neben einem ſolchen Benehmen gegen die Reichs⸗ ſtände wird auch den Herren Reichsräthen und an⸗ deren Beamten nicht die gebührende Achtung gezollt, und man behandelt ſie nach Laune, aber nicht wie ihre Würde es erheiſcht.
„Die Reichsſtände, ſowie das ganze Reich wiſſen, daß Ew. königliche Majeſtät alles das im höchſten Grade mißbilligen. Sie verlangen keine glücklichere Regierung, als diejenige, die Ew. königlichen Maje⸗ ſtät zärtliches Vaterherz ihnen verheißt. Wenn aber
nichtsdeſtoweniger ſo nahe beim Thron eine feind⸗
ſelige Geſinnung ſich kundthut, ſo muß dieſe im Aus⸗ land Aufſehen erregen und innerhalb der Grenzen des Reichs Verwirrung und Kummer verurſachen. Ew. königliche Majeſtät werden auch wohl einſehen, wie nachtheilig es auf die Gemüther der königlichen Prinzen wirken muß, wenn man ihnen, ſtatt der Liebe


