Des Königs Antwort in Betreff des übrigen Perſonals lautete wörtlich wie folgt:
„In ſo fern ich vernehme, daß die Reichsſtände ſowohl zum Unterricht als zum Dienſt meiner Söhne Perſonen ernannt und verordnet haben, halte ich's für unnöthig, mich weiter darüber zu äußern.“
In dieſem Zuſtand wurde die Frage vor die
Stände gebracht, die ſomit eine neue Gelegenheit er⸗
hielten, ihre Machtvollkommenheit zu entwickeln.
Unter Anderem erklärten ſie:
„Niemand kann bezweifeln, daß derjenige, wel⸗ cher ernennt und einſetzt, eine größere Macht beſitzt, als derjenige, der ſein Gefallen dazu gibt...“
„Könige ſuchen oft ihre Macht über die ausge⸗ ſteckten Grenzen hinaus zu erweitern, dem Reich zum Schaden und der Freiheit der Nation zum Nachtheil. Was iſt alſo natürlicher, als der Gedanke, daß auch den königlichen Kindern dieſelben Geſinnungen ein⸗ gepflanzt würden, wenn man nicht für ihre Erziehung ganz beſondere Sorge trüge?“
Inzwiſchen will es ſcheinen, daß die Hutpartei nicht blos ihre eigene Gewalt ſicherſtellen wollte, ſon⸗ dern auch wirklich darauf ausging, die königliche Fa⸗ milie zu irgend einem unvorſichtigen oder verwege⸗ nen Schritt zu drängen, wodurch man wenigſtens ein ſcheinbares Recht zu der offenbar angeſtrebten Beſchränkung der Königsgewalt gewonnen hätte.
Man war zur Ueberzeugung gelangt, daß die Königin in Hamburg, mittelſt Verpfändung der Ju⸗ welen, ein Anlehen aufgenommen habe.
Wer ſie in dieſem Punkt angriff, der griff wirk⸗ lich ihre Perſon an.
Ridderſtad, Luiſe Ulriken's Hof. IV. 14


