... das verlange ich nicht... ſondern daß Sie überzeugt ſind, daß Alma...“
Ein kalter Schweiß rann über Daniels Stirne. Die Worte erſtarben auf ſeinem Mund.
„Daß Alma,“ fuhr Amanda fort,„Ihnen recht
von Herzen gewogen iſt.“
Daniel blieb unbeweglich auf ſeinem Platze ſtehen. Es ſchien beinahe, als wolle er die Stellung eines Poſtens, eines Vorpoſtens gegenüber einem feind⸗ lichen Feuer einnehmen. Seine Stirne wurde von einer dunkeln Wolke bedeckt, ſeine Bruſt hob ſich.
„Wenn ich nicht wüßte, Mamſell,“ ſagte er, „daß Sie eine Freundin meiner Schweſter, und, ich glaube beinahe, auch meine Freundin ſind, weil wir als Kinder zuſammen aufwuchſen, ſo würde ich Ihnen ſagen...“
„Was würden Sie mir ſagen?“
„Daß Sie Ihren Spaß mit mir treiben wollen, Mamſell. Fräulein Alma hat mich wahrſcheinlich gar nie bemerkt, überdies iſt ſie mit Capitän Puke verlobt, und endlich iſt ſie ſowohl zu gut als auch...“
Amanda wurde wieder ganz ernſthaft.
„Gut?“ wiederholte ſie.„Die Liebe iſt Feuer, Leben, Kraft, Geiſt; ſie iſt das Genie des Herzens, wenn Sie ſo wollen; aber gut? Es iſt blos ein Zu⸗ fall, wenn ſie das iſt. Da dieſer Gegenſtand Sie jedoch blos zu beläſtigen ſcheint, ſo will ich damit aufhören. Im Uebrigen kann es uns ganz gleich⸗ gültig ſein, was das arme Fräulein Alma denkt, wünſcht oder empfindet. Sie iſt verlobt... ſie wird ſich vermählen... dies iſt der ganz gewöhnliche Verlauf eines Mädchenlebens. Ihnen macht es na⸗


