Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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Es freute ihn, daß er von ihr ſprechen hörte, aber beinahe ebenſo ſehr freute er ſich auch, daß er ſie verleugnen durfte.

„Graf Creutz beweist Ihnen doch alle mögliche Freundſchaft und alles erdenkliche Wohlwollen?“

„Ihm habe ich nicht blos zu verdanken, daß ich Soldat, ſondern auch daß ich Korporal geworden bin.“

„Vermuthlich wiſſen Sie auch nicht, wer das für Sie unſichtbare Weſen iſt, das einen beinahe grenzen⸗ loſen Einfluß auf ihn ausübt?“

„Nein.“

Daniel ermannte ſich gegen die verführeriſche Sirene, obſchon es ihn einen harten Kampf koſtete.

Aber als er es am wenigſten erwartete, wandte ſich Amanda lachend gegen ihn. Dies war eine Be⸗ weisführung, auf die er nicht vorbereitet war.“

„Sie lachen?“ bemerkte er.

„Was ſoll ich ſonſt thun? Ich lache über Ihre Unwiſſenheit. Sie wiſſen alſo nicht, daß Fräulein Alma trotz aller Tagespolitik ſowohl die Königin als ihren Bruder allmächtig beherrſcht, und daß ſie...“

Amanda lachte von Neuem.

Daniels Herz hatte aufgehört zu ſchlagen, aber ſeine Lippen bewegten ſich bewußtlos.

„Daß ſie...“ wiederholte er,„daß ſie...“

„Sehen Sie,“ ſagte jetzt Amanda, indem ſie ihre großen, ſchwarzen Augen auf ihn heftete,„ſehen Sie, Sie müſſen doch endlich die Farbe bekennen.“

Daniel war ſo verwirrt, daß er kaum wußte, was er geſagt hatte..

„Geben Sie nur zu.. nicht daß Sie ſie lieben