Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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„Sehr wohl, Mamſell; es war ein Mißgriff, der mir ſehr leid thut.“

„Ich will das glauben, Herr Daniel; aber am ſelben Abend wurden Sie auch zur Königin hinein⸗ geführt. Was halten Sie von ihr?“

Amanda wollte erſt das Terrain recognosciren,

bevor ſie weiter ging. Daniel dagegen, der nicht

wußte, wohin ſie abzielte, aber nur zu gut einſah, daß ſie mit dieſer Frage ein im Allgemeinen ſehr gefährliches Gebiet betrat, antwortete nicht ſogleich, weil er bereits ein ſehr vorſichtiger General gewor⸗ den war.

„Sie ſchweigen,“ fuhr Amanda in ihrer Unge⸗ duld fort;„Sie wiſſen doch, daß ich bei der Königin im Dienſte ſtehe?“

„Das weiß ich.“

„Nun, ſo ſagen Sie mir's kurz und gut, ſind Sie ein Freund oder ein Feind der Königin?“⸗

„Ich bitte Sie um Alles, Mamſell, wie könnte ich ihr Feind ſein? Sie hat mir ja immer Nichts als Gutes und Liebes gethan.“

„Ich weiß das; Sie ſind alſo ihr Freund.“

„Ja gewiß, Mamſell, ſo weit ein Soldat über⸗ haupt berechtigt ſein kann, der Freund ſeiner Königin zu ſein.“

„Würden Sie nicht Ihr Leben für ſie auf⸗ opfern?“

„Warum nicht, wenn das Schickſal es ſo fügte?“

„Thut man dies auch für andere Leute, als für ſolche, denen man mit der höchſten Achtung und Freundſchaft zugethan iſt? Aber davon iſt jetzt nicht die Rede. Sie erinnern ſich alſo jenes Abends?“