Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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„Vollkommen.“

„Dann erinnern Sie ſich gewiß auch, daß Sie, als die Königin ſich entfernt hatte, ganz beſonders eine gewiſſe Hofdame betrachteten?“

Daniel hatte ſich alſo nicht getäuſcht: ſie wollte von Alma ſprechen. Die Pulsſchläge ſeines Herzens wurden immer heftiger und ſchneller. Jahrelang hatte er ſein Geheimniß in ſeiner Bruſt verſchloſſen mit ſich herumgetragen: es war ein ſchreckliches Ge⸗ heimniß, das ſeinen Verſtand beherrſchte, ſeine Ge⸗ fühle übermeiſterte, ein Feuer, das unaufhörlich brannte und zehrte, von deſſen Uebermaß er aber nicht einmal zu athmen wagte. Seine Lippen hatten ſich wie eiſerne Reife um daſſelbe geſchloſſen. Ohne daß er ſich bewußt war, ſelbſt die mindeſte Veran⸗ laſſung dazu gegeben zu haben, hörte er jetzt ein Weſen von ihr ſprechen. Dies war eine Seligkeit, aber eine Seligkeit, wovor er erſchrak. Auch ſtieg ihm das Blut in die Wangen, aber nur, um augen⸗ blicklich wieder gänzlich daraus zurückzuweichen.

Amanda merkte, was in ihm vorging; auch ſie hatte ſich alſo nicht getäuſcht: er liebte Alma.

Eine kurze Pauſe entſtand.

Daniel lauſchte, ja man kann ſagen lauerte wäh⸗ rend derſelben mit der höchſten Spannung auf das, was Amanda zu ſagen gedächte.

Amanda dagegen überlegte einen Augenblick.

„Gewiß, Herr Daniel,“ ſagte ſie dann,„haben Sie ſelbſt auch bemerken müſſen, daß die Königin und der Hof, ja ſogar Ihre Commandanten Ihnen weit größere Aufmerkſamkeit widmen, als irgend einem von Ihren Kameraden?“

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