Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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begegnete ſie dem jungen Sergeanten, der bereits

ſeinen Fuß auf die erſte Treppenſtufe geſetzt hatte. „Folgen Sie mir,“ ſagte ſie,„Ihre Mutter will

weder Sie noch mich ſehen. Ich gehe in's Schloß

zurück.“

Daniel hatte Nichts dagegen. Sein mütterliches

Haus war ein wahrer Schreckensort für ihn. Die

Alte ſchien ihm nie verzeihen zu können, daß er zum ſelbſtſtändigen Manne heranwuchs. Amanda, welche die Vortheile des Einfluſſes, den ſie ſo unvermuthet über Frau Schedvin gewonnen, bereits berechnet hatte, war glücklicher und heiterer als ſeit langer Zeit. Der Erfolg war für ſie um ſo bedeutungsvoller, als er ihre eigentliche Lebensader, das Hauptmotiv aller ihrer bisher erlebten Bekümmerniſſe, die Ur⸗ ſache ihrer ganzen äußeren und inneren ECxiſtenz, nämlich ihre Herkunft, ihre Geburt berührte, und ſie glaubte jetzt auf einen Weg gekommen zu ſein, der zu Aufklärungen führen müſſe.

In der Stimmung, worin ſie Frau Schedvin verließ, war ſie überzeugt, daß ſie einen Beſuch von ihr erhalten werde. Sie ermaß auch ſchon mit der ganzen Feuerkraft ihrer Seele und der glühenden Energie ihres Herzens die ganze Wichtigkeit dieſes Zuſammentreffens. Sie wußte, daß ſie jetzt in der eigenen Anſchauungsweiſe der Alten eine Waffe be⸗ ſaß, und ſie traute ſich vollkommen die Fähigkeit zu, dieſelbe zweckgemäß anzuwenden. 4

„Sie war unbemerkt gekommen und wollte ſich in gleicher Weiſe entfernen.

„Kommen Sie, kommen Sie, Herr Daniel,“ bat ſie,„Ihre Mutter iſt aufgebracht über Sie, über Clara,

Ridderſtad, Luiſe Ulriken's Hof. IV. 13