Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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alle ihre Kraͤfte. Amanda ſah, wie die alte Frau zuſammenſank und ihr Bewußtſein zu verlieren ſchien.

„Ich befehle Ihnen,“ ſagte ſie daher, um einen günſtigen Augenblick nicht zu verlieren,„ich befehle Ihnen meine Tochter aufzuſuchen und Ihr Verbrechen zu bekennen.“

Wir wiſſen, daß Amanda in der mit Rouſſeau und Voltaire zu einer gewiſſen Allmacht heranwach⸗ ſenden Literatur ihrer Zeit ſich umgeſehen hatte, worin als vollkommener Gegenfatz gegen den erkün⸗ ſtelten Zuſtand der damaligen Welt ein gewiſſer Na⸗ turzuſtand gepredigt wurde, der ſich zuletzt von der Gottheit ſelbſt befreien wollte und ſie als ein bloßes Machiavelliſtiſches Sternbild erklärte, aus politiſchen Intereſſen erfunden, um der Deviſe weltlicher All⸗ macht„von Gottes Gnaden“ einen gewiſſen Nimbus zu verleihen. Sie war daher eine zu freie Denkerin, um ſich über die Rechtlichkeit ihrer Handlungsweiſe den mindeſten Skrupel zu machen. Ihr Verſtand billigte ſie, das Herz wurde nicht befragt. Gänzlich ungerührt über den verwirrten Geiſteszuſtand und die beklagenswerthe Lage überhaupt, worin ſich die alte Frau befand, wandte ſie ſich von ihr ab und verließ das Zimmer..

Aber Daniel hatte ſein Verſprechen auch nicht vergeſſen. Amanda's letzte Worte hatten unaufhörlich in ſeinen Ohren geklungen.„Sie wiſſen, wen ich meine,“ hatte ſie geſagt. Wen meinte ſie? Seine Pulſe pochten, ſein Herz ſchlug hoch. Sie hatte einen ganzen Feuerbrand in demſelben entzündet.

Als daher Amanda von ſeiner Mutter herabkam

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