Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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Bei dieſen Worten ahnte Amanda, was im Innern der alten Frau vorging. Die wilde und bittere Hef⸗ tigkeit, womit die Alte bei ihrem erſten Beſuch das erſchütternde Ereigniß aus ihrem früheren Leben er⸗ zählt hatte, wobei Amanda's Mutter eine ſo wichtige Rolle ſpielte, überzeugte ſie, daß Nichts tiefer in ihre Gefühlswelt hätte eingreifen können. Ihre Gedanken mußten ſich alſo nothwendig mit dieſer Angelegenheit beſchäftigen. Sie hatte allerdings, wenn die Einge⸗ bungen ihres Argwohns begründet waren, Amanda's Mutter Vieles vorzuwerfen, aber nichtsdeſtoweniger fehlte es ihr keineswegs an triftigen Urſachen zu Selbſtvorwürfen. Wie hatte ſie nicht an Amanda's Mutter in ihren letzten Augenblicken die erſte Pflicht verrathen, die eine Frau der andern in ſolcher Lage ſchuldet? Mit welchem Haß hatte ſie nicht Rachepläne gegen die Tochter in ihrem Herzen herumgetragen?

So entſtand in Amanda ein Gedanke um den andern und verbreitete ſein Licht über die Gemüths⸗ beſchaffenheit der unglücklichen Alten; aber zugleich fragte ſie ſich, ob ſie dieſelbe aus ihrem Wahn er⸗ löſen oder darin beſtärken ſolle.

Bei Beantwortung dieſer Frage blieb ſie ihrem Charakter treu. Die Gelegenheit war allzu einladend, als daß ſie nicht hätte Gebrauch machen müſſen. Amanda wußte ſich auch augenblicklich ihre zu ſpie⸗ lende Rolle zurechtzumachen.

„Ich komme nicht blos, um meine Tochter zu⸗ rückzufordern,“ antwortete ſie,„ſondern auch um Rechenſchaft über die Grauſamkeit zu verlangen, wo⸗ mit Sie mich behandelt haben.“

Beim Klang von Amanda's Stimme bebte Frau