Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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Weizen da Wurzel ſchlagen und die Kraft zum Wachſen finden.

Aber Amanda vermochte nicht in einem Augen⸗ blick Etwas zu durchſchauen, was alle Kräfte eines ganzen Lebens erfordert hätte. Sie ſtand hier vor einem Myſterium, deſſen Löſung ſie vergebens ſuchte.

Frau Schedvin's augenſcheinliche Angſt flößte ihr indeß einigen Muth ein und brachte ſie auf den Gedanken, eine Appellation an das aufgeregte Herz der Alten zu verſuchen.

Aber als ſie ſich von ihrem Platz bewegte und ihre Hand erhob, um den Schleier zurückzuſchieben, da warf ſich Frau Schedvin vor ihr auf die Knie!

„Gnade!“ rief ſie,„Gnade!“

Im höchſten Grad überraſcht, blieb Amanda wie feſtgenagelt ſtehen. Der plötzliche Kniefall, der flehende Ruf, die gefalteten Hände und die zitternden Glieder der alten Frau, Alles verrieth die peinlichſte See⸗ lenangſt.

Amanda verlor allen Leitfaden für ihre Beur⸗ theilung und wußte nicht, was ſie denken ſollte.

Der Muth, welchen die augenſcheinliche Angſt der Alten ihr eingeflößt hatte, verwandelte ſich in Beſtürzung.

Ihr erſter Eindruck war, daß ſie ſich bückte, um ſie aufzuheben.

„Stehen Sie auf, Madame,“ bat ſie,„ſtehen Sie auf!“

Aber Frau Schedvin machte eine abwehrende Bewegung.

„Kommen Sie, um Ihre Tochter zurückzufordern?“ fragte ſie.