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wirrung voraus. Von Hochmuth und einem großen erborgten Anſehen war ſie zu Haß und Armuth her⸗ abgekommen, die ſehr häufig eine gänzliche Verbitte⸗ rung der Geſinnung im Schlepptau nach ſich ziehen. An der letzten Grenze der extremen Denkweiſe liegt das Heilmittel für dieſelbe. Befand ſich Frau Sched⸗ vin bereits da oder ſollte ſie dahin gelangen? Das Leben jedes Einzelnen iſt eine logiſche Entwicklung von Motiven und Schlußfolgerungen, wenn man ſie auch ſelten Glied um Glied zu verfolgen vermag. Sowohl unſer moraliſches als unſer phyſiſches Leben iſt ein organiſches Ganzes und gegebenen Geſetzen unterworfen. Wir beſitzen Waffen zum Kampf für unſere geiſtige Ausbildung, aber bei falſcher oder ſchlechter Anwendung kehren ſich dieſe Waffen gegen uns ſelbſt und bereiten unſern moraliſchen Unter⸗ gang. Dieß war der Fall mit Frau Schedvin. Ohne eine eigentliche Verbrecherin in der gewöhnlichen An⸗ nahme der Geſellſchaft zu ſein, war ſie böſe, kalt, herzlos, d. h. verbrecheriſch im moraliſchen Sinn ge⸗ weſen, vielleicht ohne es ſelbſt eingeſehen zu haben. Ihre Seelenkräfte hatten nicht auf einen Tempel von Licht und Frieden in ihrem Innern, ſondern auf Schutt und Zerſtörung gebaut. Auf dem Grunde ihrer zuerſt vielleicht blos irregeleiteten Inſtinkte wuchſen ihre Gedanken und Gefühle auf; auf dieſem magern und unfruchtbaren Boden bildeten ſich ihre Weltanſchauungen, ihr Charakter, ihr Urtheil, bis zuletzt eine förmliche Haide entſtand. Es mußte da⸗ hin kommen, die Richtung war eine ſolche, und ehe die Erde wieder umgebrochen wurde, konnte kein


