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Schedvin's lichtloſe Seele ſollte bald gänzlich davon beherrſcht werden. Schnell reifte in ihr die Ueber⸗ zeugung, daß der Teufel ſelbſt ſein Spiel mit ihr treibe.
Der Aberglaube hat eine vortreffliche Bundes⸗ genoſſin in der Angſt, zumal wenn er auf dem Boden eines harten und böſen Herzens wuchert.
Wie alte Leute gewöhnlich in der Vergangenheit die Urſache bemerkenswerther Ereigniſſe ſuchen, die ihnen in der Gegenwart zuſtoßen, ſo auch Frau Schedvin. Alle ihre Gedanken wurden von den qual⸗ vollen und trüben Erinnerungen verfloſſener Zeiten in Anſpruch genommen. Wer ſucht, wird finden, ſagt ein Sprüchwort. Sie ſuchte und ſie fand. Sie fand, daß ſie beinahe jedem Tag im Jahr ein beſonderes Merkzeichen geben müßte. Man glaubt ſo gern, was man wünſcht. Der Verſtand iſt nur frei, wenn er geſund iſt. Die Krankheiten unſeres Verſtandes— und wo er nicht harmoniſch entwickelt iſt, da iſt er immer krank— begrenzen unſere Geſichtspunkte, unſere Wirkſamkeit, den ganzen hohen Werth und die ganze Wahrheit unſeres Lebens; ſeine Geſundheit dagegen erweitert dieſelben unendlich.
Aber je mehr ſie nachſann, um ſo feſter wurde ihre Ueberzeugung, daß es keinen bedeutungsvolleren Tag für ſie gab, als derjenige, wo ſie im Kellerge⸗ wölbe das Licht und den Schatten geſehen hatte. Sie fand, daß an dieſem Tag alljährlich etwas Schreckliches eingetroffen war; ob ſich nun dieß wirk⸗ lich ſo verhielt, oder ob ſie nur durch ihr altersſchwaches Gedächtniß und Raiſonnement zu dieſem Reſultat geführt wurde. An dieſem Tag hatte ihr Mann den


