Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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Gleichwie ein Stück Holz über ſeiner letzten Gluth in Loderaſche zuſammenfällt, ſo fiel auch ihr Leben jetzt über einem einzigen Gedanken zuſammen, dem Ge⸗ danken des Todes, d. h. des unheimlichen Elements in demſelben, ſeiner möglichen Friedloſigkeit. So jagten ihre Gedanken einen Schatten um den andern, während ſie doch ſelbſt blos Schatten waren, bis ſie

ſich zuletzt in einen unendlich großen Schatten auf⸗

lösten, worin die Erinnerungen wie Todtenſchädel hervorgrinsten. Wie verändert ſah ſie aber auch aus!

„Wer ſind Sie?, fragte Frau Schedvin, indem ſie mit beinahe bangem Blick die an der Thüre ſtehen bleibende ſchwarze Geſtalt betrachtele.„Geben Sie Antwort, wer ſind Sie?“

Amanda bewegte ſich nicht von der Stelle. Es war das zweite Mal, daß ſie jetzt das herbe Geſicht der Alten ſah. Bei bhrem erſten Beſuch hatte ſie dieſen harten Charakter noch nicht gekannt. Aber jetzt wußte ſie, daß das ganze Geheimniß ihres Lebens in dieſen Händen lag. Mit Furcht und Zittern blickte ſie daher in die kalten, ſtrengen Züge, über welchen die Augen keinen freundlich milden Lichtſtrahl, ſon⸗ dern vielmehr den düſtern Schimmer eines verzehren⸗ den Feuers warfen. Unbeweglich, beinahe verſteinert auf ihrem Platz, glaubte Amanda vor einem Medu⸗ ſenhaupt zu ſtehen, aber dieſes Meduſenhaupt war für ſie zugleich eine Pythia.

Inzwiſchen brachte dieſe unbewegliche, ſtillſtehende, geſpenſtiſche Art ihres Eintritts auch auf Frau Sched⸗ vin eine gewiſſe Wirkung hervor.

Geſpenſterſcheu und Aberglauben gehen mit der unklaren Phantaſie Hand in Hand. Auch Frau.