Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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Feindſeligkeit ſie ſo wohl kannte. Was war jedoch zu thun? Die Norne des Schickſals hatte den Faden

ihres Lebens in die Hand dieſer alten Frau gelegt, und um ihn herauszubekommen, war kein Opfer zu

groß, ſelbſt nicht das Opfer ihres Gefühls. Unbe⸗ merkt und dennoch beinahe wie von einem böſen Gewiſſen verfolgt, eilte ſie über den Hof hinweg und auf die kleine Treppe zu. Oben angekommen, blieb ſie ſtehen und athmete aus, wie wenn ſie ihre Bruſt

erleichtern wollte, während ſie ſich auf die kommenden V

Dinge vorbereitete.

Sachte legte ſie ihre Hand an den Thürſchlüſſel: ſie lauſchte, drehte um und trat ein.

Aber als ſie ins Zimmer kam, blieb ſie unwill⸗ kürlich ſtehen beim Anblick der alten Frau, die auf ihrem Sopha niedergekauert daſaß.

Der Leſer erinnert ſich noch, wie Frau Schedvin ihrem Sohn bei ſeinen Nachforſchungen nach Silf⸗ verhjelm den Weg weiſen zu können glaubte. Ihrer Sache gewiß hatte ſie ihn zu der Kellerwohnung geführt, wo ſie durch das Fenſtergitter einen ſchwachen, zitternden Lichtſchein und einige bewegliche Schatten entdeckt; aber als man hinabkam, hatte ſich kein menſchliches Weſen vorgefunden. Dieſer Schein, welchen ſie ſo ſicher geſehen zu haben ſich bewußt war, und ſein ſo unerklärliches Verſchwinden hinter⸗ ließ einen tiefen Eindruck bei ihr. Es war, als ob die egoiſtiſche Kälte eines ganzen Lebens ſich jetzt ſtrafend zurückgewandt hätte, um ſie zu zwingen, noch einmal daſſelbe Leben zu leben, aber im Reich der Finſterniß, der Schatten, der wandelnden Geſpenſter.