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Abend bei Ihrer Mutter; vergeſſen Sie's nicht. Was ich Ihnen zu ſagen habe, betrifft... Sie wiſſen ſchon, wen ich meine.“
Daniel hörte ſie an, während ſeine Leute vor⸗ wärts marſchirten.
„Ich werde mich morgen Abend um halb acht ein⸗
ſtellen, Mamſell,“ antwortete er, ohne ſich auch nur
umzuſehen.„Mein Dienſt erlaubt mir nicht früher zu kommen.“
Amanda hatte ſich eines Ausdrucks bedient, der alle Adern Daniels mit neuem Leben erfüllte.„Sie wiſſen ſchon, wen ich meine,“ hatte ſie geſagt; aber obſchon er es nicht wußte, ſo klopften doch ſeine Pulſe ſo heftig bei dem Gedanken an Alma.
Unter den heißen Flammen, die in Amandas Seele loderten, ſtrahlte am reinſten ihr inniger Her⸗ zenswunſch, vollſtändige Auskunft über ihre Eltern zu erhalten.
Sie begab ſich alſo am folgenden Tag zu Frau Schedvin, aber ein wenig vor der feſtgeſetzten Stunde, weil ſie zuerſt mit der Alten ſelbſt zu ſprechen wünſchte. Sie war allein, und ein langer ſchwarzer Schleier bedeckte ihr Geſicht; ſie hatte Niemand zu dieſem Be⸗ ſuch mitnehmen wollen, ſondern hoffte ihn mit einem ebenſo tiefen Schleier zu bedecken, wie ſich ſelbſt.
Sie hatte inzwiſchen heiter und leichtfüßig das Schloß verlaſſen; aber je näher ſie zu Frau Sched⸗ vin’s Wohnung kam, um ſo ſchwerer wurden ihre Schritte. Sie erinnerte ſich nur zu gut an die ganze gräßliche Unangenehmheit ihres erſten Beſuches, und
es war ihr ein widriges Gefühl, daß ſie gezwungen
ſein ſollte eine Perſon aufzuſuchen, deren bittere


