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das Urtheil der Außenwelt gefeſſelt wurde, ſo fühlte ſich doch Letzterer gleichfalls in ihre Ketten geſchmie⸗ det, obſchon er in ſeiner Seele beſtändig daran rüt⸗ telte und ſich loszureißen ſuchte. Wenn Ehrenpreutz nicht direct durch unerwartete Umſtände beunruhigt wurde, ſo ging er ruhig ſeines Wegs, gleich als gäbe es keinen Schatten im Hintergrund ſeines Lebens; Schecta dagegen befand ſich unaufhörlich unter dem Einfluß eines gewiſſen moraliſchen Aufruhrs. Man kann in den Wirkungen dieſer pſychiſchen Verhältniſſe Beider vielleicht eine Uebertreibung finden. Mag ſein! Aber die Entwicklung der verſchiedenen Charak⸗ ter beruht nicht blos auf der innern Beſchaffenheit des moraliſchen Lebens, obſchon gewiß alle Motive mehr oder weniger zuſammenwirken müſſen; ſondern
auch die verſchiedenen Zeiten haben ihren Theil der⸗
Verantwortlichkeit für das, was der Menſch iſt, für ſeine Fehler und Gebrechen. Was die eine Zeit für verdienſtlich hält, erſcheint der andern als tadels⸗ werth. Will man daher einen Mann richtig beur⸗ theilen, ſo muß man vor Allem in's Auge faſſen, in wie weit ſein Leben mit den Ideen ſeiner Zeit harmonirt. Wer unter dem Einfluß einer gewiſſen politiſchen oder moraliſchen Anſchauungsweiſe in dieſe oder jene krumme Linie eingebogen hat, der würde dieſe unter der Herrſchaft einer andern Idee nicht gethan haben. Waäͤhrend der Freiheitszeit übte die Staatsverfaſſung einen beinahe terroriſtiſchen Einfluß aus. Das Geſetz war, ſo ſagte man, un⸗ umſchränkt. Aber dieſer Satz war nur ſcheinbar wahr. Die herrſchende Partei erkannte ſich ſelbſt
ausſchließlich das Recht zu, die Verfaſſung im In⸗


