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Er las:
„Ich ſtimme in Clara's Bitte mit ein: Retten Sie ihn.“
Darunter ſtand gezeichnet: Fräulein Alma Creutz.
Daniel wechſelte die Farbe. Ein haſtiges Zittern fuhr ihm durch die Glieder. Seine Brauen zogen ſich zuſammen, aber ſein Blick ſtrahlte lebhafter als je. Einen Augenblick ſtand er unbeweglich und ſtill da, aber ſein Auge haftete ſtarr auf dem Briefchen. Sein Entſchluß war gefaßt.
„Dieſes Billet,“ erklärte er,„darf nicht hier ge⸗ funden werden. Fiele es in fremde Hände, ſo könnte es meiner Schweſter ſchaden... es könnte großes Unglück über ſie bringen. Begreifſt Du das, Alexander?“
Und er warf das Billet auf den brennenden Herd, wo es augenblicklich von den Flammen ver⸗ zehrt wurde. Ein Seufzer hob ſeine Bruſt, als blos die Aſche übrig blieb.
„Kommt herein, Kameraden!“ rief er dann den übrigen Soldaten zu.
„Um Gottes willen, was machſt Du?“ fragte Alexander.
„Fürchte Nichts,“ erwiederte Daniel.„Schaut nach, Kameraden,“ fügte er dann gegen ſeine Krie⸗ ger hinzu,„ob hier Niemand verſteckt iſt. Laſſet keinen Winkel ununterſucht. Seht Ihr Jemand?“
„Nein, Niemand.“
„So ſtellt Euch auf und laßt uns jetzt weiter marſchiren.“


