Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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„Du ſprichſt wie ein Bruder.“

„Und Du denkſt wie ein Verliebter.“

„Du verlangſt alſo den Gefangenen heraus?“

„Ja, im Namen des Königs, da Du ihn im Namen der Königin vertheidigen willſt.“

„Du wollteſt alſo der Königin zu Liebe Nichts thun?“

„O gewiß, Alles, wenn ich nur wüßte, daß es ihr nützen könnte. Aber dieſer Brief da iſt blos ein launiſcher Einfall eines kindiſchen Mädchens. Du wirſt mir niemals weiß machen, daß die Königin einem ſolchen Kinde ein wichtiges Geheimniß an⸗ vertraue.“

„Aber ich bin vollkommen davon überzeugt. Clara iſt ein Mädchen, wie es wenige gibt.“

„Das iſt etwas Anderes, Alexander. Aber folge

jetzt meinem Rath und ſchicke den Gefangenen auf den Hof hinaus.“

„Du biſt grauſam.“

„Ich thue blos meine Pflicht.“

„Um einer lumpigen Beförderung willen.“

„Meiner Chre zu Lieb.“

„Aber wie kannſt Du in dieſen Brief Zweifel ſetzen?“

„Juſt darum, weil ich meine Schweſter kenne und weiß, daß ſie das ganze Leben blos als einen

heitern Scherz auffaßt.“

„Aber die andere Unterſchrift?“ „Welche andere?“

„Haſt Du die Nachſchrift nicht geleſen?“ „Laß ſehen.“

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