Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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haben, weil der Schnee ſie gänzlich überzogen hatte. Die beiden Wanderer ſchüttelten zwar von Zeit zu Zeit ihre Schneedecke ab, allein dieſe wurde ſogleich wieder durch eine neue erſetzt. Zuweilen verdoppel⸗ ten ſie ihre Schritte, zuweilen aber blieben ſie ſtehen und ſchauten ſich ringsum. Ein aufmerkſamer Beob⸗ achter würde darin ohne Zweifel etwas Verdächtiges geſehen haben; aber die Straße war öde und leer, und die Beiden ſchienen die einzigen Fußgänger zu ſein, die umherſtreiften. So kamen ſie auf den Markt, und man konnte leicht bemerken, daß ſie ſich feſter an einander ſchloſſen und ſchneller ausſchritten, gleich als wünſchten ſie ſo eilig als möglich über ihn weg⸗ zukommen. In der Nähe des Wachthauſes ange⸗ langt, wurde der eine von ihnen heftig auf die Seite geſtoßen von einem Manne, der haſtig von der Brücke herkam und die beiden Wanderer im Dunkel und im dichten Schneefall nicht eher bemerkt hatte, als bis er mit ihnen zuſammengerathen war.

Was ſoll das heißen? fragte der Betroffene, der nicht ſogleich merkte, daß der Unbekannte ihn ganz unabſichtlich angeſtoßen hatte;laſſen Sie uns in Ruhe.

Der Fremde konnte jedoch noch nicht antworten, als bereits, in Folge des Lärms, die Wache ins Ge⸗ wehr trat und ein Piket ausſandte, das, unter dem eigenthümlichen Getöſe der Musketen, ſchnell herankam.

Still! flüſterten auf einmal alle Drei, von einem und demſelben Gefühl ergriffen.Still! Zugleich zogen ſie ſich, ohne alle weiteren Be⸗

merkungen, von der Richtung zurück, in welcher man

den Trupp kommen hörte.

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