Teil eines Werkes 
15. bis 19. Bändchen (1856)
Entstehung
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gen, dieſem Narren? Legen Sie denn einen ſo ge⸗ ringen Werth auf die Sorgſamkeit Ihrer Freunde auf Ihr eigenes Leben?

Ich lege einen unendlichen Werth auf die Sorg⸗ ſamkeit derjenigen, die mir in meiner großen Noth Wohlwollen beweiſen; aber ich habe ein Gewiſſen, Baron, ein Gewiſſen, und das verlangt auch ſein Recht. Ich kann die Stadt nicht verlaſſen, ohne zuvor den Capitän Schecta geſprochen zu haben.

Aber noch einmal, wenn man Sie entdeckt, verhaftet, vor die Commiſſion ſtellt und zum Tode verurtheilt!

Dann geſchehe Gottes Wille; aber im Gefäng⸗ niß könnte ich doch immer Gelegenheit erhalten, mit Schecta zuſammenzutreffen, und dann würde ich we⸗ nigſtens ruhig ſterben.

Wrangel hatte dieſe unerwartete Widerſetzlichkeit Larsſons nicht in Berechnung gezogen. Einen Augen⸗ blick wollte er den Vorſchlag machen, nach Schecta zu ſchicken; aber der unerklärliche Charakter und die Wunderlichkeiten dieſes Mannes flößten ihm, zumal in einer ſo mißlichen Lage, eine gewiſſe Furcht ein,

ſo daß er dieſe Idee ſogleich wieder fallen ließ. End⸗ lich mußte der Baron dennoch auf Larsſons Willen eingehen. Man kam überein, daß Larsſon ſich, ſo⸗ bald es dunkelte, zu Schecta begeben und erſt bei

ſeiner Rückkehr von da nach Ulrichsthal führen laſſen ſollte.

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Es war im Anfang Decembers, und obſchon es erſt vier Uhr Mittags war, hatte ſich doch bereits Dunkelheit über die Straßen der Stadt gelagert.

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