rück, wo ſie, den Kopf in ihre Hand geſtützt, in ihren Lehnſtuhl niederſank.
In der offenen Thüre, am entfernteſten Ende des Zimmers, ſah man dabei mitunter eine ſchwarz⸗ gekleidete, ſchlanke, ſchöne Frauengeſtalt leiſe vorüber⸗ ſchweben. Es war Amanda, die ſtets voll Aufmerk⸗ ſamkeit auf ihrem Lauerpoſten ſtand.
Auf einmal trat Brahe ein. Die Königin fuhr zuſammen. Amanda zog ſich ſcheu zurück.
„Ew. Majeſtät,“ ſagte er,„die Deputirtenwahl in der Ritterſchaft und im Adel iſt jetzt vorüber.“
„Schon?“
„Ohne daß ein einziger Mann ſeinen Mund da⸗ gegen aufthat, Ew. Majeſtät.“
„Feigheit,“ bemerkte ſie blos,„Feigheit!“
Brahe zuckte die Achſeln.
Im nächſten Augenblick traten Graf Hard und der Hofmarſchall Baron Horn ein und erzählten beide beinahe zugleich, daß die Deputirten in der Geiſtlich⸗ keit und dem Bürgerſtand ebenfalls ohne allen Pro⸗ teſt ernannt worden ſeien.
„Welcher Gipfel der Feigheit und Schwäche!“ rief die Königin;„dieſe Stände ſind gleichwohl nicht minder unterdrückt, als der Thron.“
In dieſem Augenblick ſtand Wrangel vor ihr.
„Ich habe Ew. Majeſtät eine Unglückspoſt zu melden,“ begann er.
Ich bin an ſolche gewöhnt, Baron; ſprechen Sie dreiſt.“
„Bei der Deputirtenwahl im Bauernſtand iſt es heiß hergegangen.“
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