fallen fanden, und mit der Lehre: So thaten wilde Thiere, ſo ſollten Menſchen thun.“
Wie vortrefflich die herrſchende Partei von ihrer geheimen oder freiwilligen Polizei bedient war, geht daraus hervor, daß dieſe Fabel, die ohne Cenſur und Druckort erſchien, und von welcher man nur zwölf Exemplare mit der größten Vorſicht zu ver⸗ breiten vermochte, ſogleich und zwar mit Angabe des Verfaſſers eingebracht wurde.
Es iſt unglaublich, aber doch wahr, daß die Ge⸗ ſpenſterſcheu der damaligen Machthaber ſo weit ging, daß ſie ſogleich die Schrift confisciren und den Ver⸗ faſſer in Anklageſtand verſetzen ließen.
Aber die Königin ſenkte ihr Haupt blos einen Augenblick, darauf erhob ſie es wieder zu neuem Streit. Sie war, wie Minerva, mit voller Waffen⸗ rüſtung geboren.
Sobald die große Streitfrage von den Reichs⸗ ſtänden entſchieden war und man den niederſchla⸗ genden Ausgang erfuhr, nämlich daß die Mehrheit der Stände auf die Seite des Raths übertrat, be⸗ rief ſie am Abend diejenigen Mitglieder der Hof⸗ partei, die in ihre Pläne eingeweiht waren, zuſam⸗ men. Die Rollen wurden von Neuem ausgetheilt. Man beſchloß, bei der Wahl der Deputation, die in Folge des bereits gefaßten Beſchluſſes dem König die Antwort der Stände überbringen ſollte, Oppo⸗ ſition zu machen. Der Hof kam dahin überein, der Gegenpartei ihren Sieg wenigſtens ſo ſauer als mög⸗ lich zu machen.
Aber an dem Himmel, der gewitterſchwer über der Königsmacht hing und mit jedem Tag düſterer


