Brahe betrifft, ſo muß ich Ihnen noch beſonders zu
beherzigen geben, daß, ſo verſchieden auch unſere
gegenwärtige Stellung ſein mag, dennoch ein Um⸗ ſtand vorhanden iſt, der ſie ausgleicht und mich ihm ebenbürtig macht: ich bin nämlich, wie er, Graf. Kein zufälliger Rang, Herr Baron, übertrifft den⸗ jenigen, zu welchem man geboren iſt.“
Pechlin richtete ſich auf und warf Creutz einen zurechtweiſenden Blick zu.
„Ich weiß nicht, Herr Graf,“ ſagte er,„was achtungswerther iſt, ein Bischen Einfalt oder gar zu große Schlauheit. Einfältige Leute können immerhin brave und ehrenwerthe Leute ſein. Mit Vergnügen bitte ich Sie um Entſchuldigung und bekenne, daß ich mich in Ihnen getäuſcht habe; was mich betrifft, ſo trete ich pflichtſchuldigſt auf die Seite der Einfäl⸗ tigen. Ich glaubte nicht, daß mein téte à téte mit dem Herrn Grafen Chrenpreutz hinter der Thüre be⸗ lauſcht würde; ach, Herr Graf, ich werde nie mehr einer Thüre trauen. Vielleicht haben Sie meine Worte bereits zu Protokoll genommen, und ich muß mich alſo Ihrer Discretion überlaſſen, während ich zugeſtehe, daß ich düpirt worden bin.“
Pechlin machte hierauf ſeine Reverenz und ent⸗ fernte ſich.
Ehrenpreutz und Creutz ſahen einander in ſtum⸗ mem Schweigen an.
„Und dieſen Mann,“ begann Creutz endlich, „halten Sie für einen feinen Politiker, Onkel? Mein Gott, er hat ja hier ein ganzes Kapital ver⸗ geudet, ohne daß es ihm die geringſten Zinſen trägt.“
Er lachte.


