„Ganz richtig, Herr Graf, Sie treffen, wie immer, den Nagel auf den Kopf. Das wollte ich juſt auch bemerken. Es ſcheint mir nämlich ganz unzweifelhaft, daß die Königin, bei ihrer Heftigkeit und Lebhaftig⸗ keit, Feuer und Flamme ſpeien würde, wenn man einem ihrer Freunde den Prozeß machte, und beſon⸗ ders wenn dies Silfverhjelm wäre, in deſſen Händen ihre verfänglichſten Geheimniſſe ruhen. Vor die Kommiſſion geſtellt, könnte Silfverhjelm gezwungen werden, Enthüllungen zu machen, welche der Königin nicht einmal geſtatteten, innezuhalten, ſo daß ſie unter allen Umſtänden genöthigt wäre, auf der einmal be⸗ tretenen Bahn fortzugehen, wobei ſie ihren ganzen Anhang in ihr Verderben mitziehen würde. Ich glaube alſo auch, daß dies das beſte Mittel wäre, um Puke zu ſtürzen, nicht aber um ihm zu helfen.“
Chrenpreutz hielt ſeine Blicke unverwandt auf Pechlin geheftet; dieſer hatte in ſeiner ganzen Dar⸗ ſtellung etwas ſo Einfaches und Ueberzeugendes, daß die Verhältniſſe dem alten Reichsrath ganz klar und deutlich, ja ſogar handgreiflich erſchienen.
„Aber da ich Ihnen alſo von dieſer Verfahrungs⸗ weiſe abrathen muß, fällt mir etwas Anderes ein. Kitzliche Gegenſtände muß man nur mit feinen und weichen Händen anfaſſen. Die Politik iſt in unſern Tagen wie ein Mädchen: man muß ihr den Hof machen... obſchon es wahr iſt...“
Pechlin unterbrach ſich, gleich als wäre ihm auf einmal ein anderer Gedanke gekommen.
„Was meinen Sie, Baron Pechlin? Es iſt wahr, ſagten Sie...“
„Es iſt wahr, Herr Graf, wollte ich ſagen, daß


