Königsmacht aus dem Wege gehen, daß die Grund⸗ geſetze vor dem Thron den Hut abziehen ſollen. Nun wohl, Baron, wenn es ſich ſo verhält, ſo müſſen Sie geſtehen, daß Amanda gleichwohl mit nicht ge⸗
ringer Geſchicklichkeit Stellungen und Verhältniſſe aufgefaßt hat, und daß ſie, obſchon ich ihre Quellen
ganz und gar nicht kenne, mit einigem Recht allerlei vorausſagen kann, wobei ſie ſich vielleicht nicht ſo
ganz täuſcht. Sie kann alſo möglicher Weiſe, allen
unſern Berechnungen zuwider, zu ihrem Ziel ge⸗ gelangen.“
Pechlin ſtierte den Redner mit einer möglichſt einfältigen Miene an.
„Das iſt eine ſehr richtige Bemerkung,“ ſagte er,„an die ich wahrlich nicht gedacht habe; aber Ihr Scharfſinn, Herr Graf, iſt auch eine allbekannte Sache.“
Obſchon Ehrenpreutz nicht wußte, in wie weit er das Compliment ernſthaft nehmen durfte, ſo rief es doch nichtsdeſtoweniger ein Lächeln der Befriedigung auf ſeine Lippen.
„Glauben Sie nicht, Baron,“ begann er inzwi⸗ ſchen wieder,„daß es das Beſte wäre, wenn wir Amanda ihren Weg vorangehen ließen und ſie blos aufmerkſam im Auge behielten?“
Chrenpreutz wollte um jeden Preis Pechlin zu näheren Aeußerungen über die Sache veranlaſſen, weil er dadurch allerlei Dinge zu erfahren hoffte.
„Nein, nein, Graf,“ antwortete Pechlin.„Ich bin, wie Sie nur gar zu gut wiſſen, kein Bewun⸗ derer der Königsmacht, und kann daher vollkommen aufrichtig ſein. Sie ſagten ſo eben oder deuteten


