Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
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ſondern beſchleunigen ſie vielmehr... ein Embryo iſt leichter zu beſiegen als eine Pallas Athene. Der „ehrliche Schwede“ hat vollkommen Recht.“

Creutz hörte die Erklärung ſeines Onkels nicht ohne Ueberraſchung an: es war dies einer der glück⸗ lichſten Augenblicke des alten Reichsraths.

„Sie mögen vielleicht Recht haben, Onkel,“ ant⸗ wortete er.„Die Ereigniſſe haben ihr Ziel, ihre Grenze. Es iſt möglich, daß ſie nicht zur Ruhe kommen, bevor ſie dieſes Ziel erreicht haben. Viel⸗ leicht wird dieſe Zeitung die Exploſion nur noch be⸗ ſchleunigen. Nun ja, mag es denn geſchehen. Sehen Sie, Onkel, ich muß geſtehen, daß ich mich bisher nicht ſonderlich für die Politik intereſſirt habe; aber jetzt, da ich ſo wichtige Ereigniſſe vor Augen ſehe, bekommt ſie die größte Anziehungskraft für mich. Es eröffnen ſich Ausſichten voll Leben und Kampf— pikante, hinreißende Ausſichten. Die Romantik und die Politik unterſtützen einander auf eine merkwür⸗ dige Weiſe. Das Weib, das ich bisher blos zum Lieben geſchaffen glaubte, benützt, wie ich ſehe, dieſe Liebe als Werkzeug für politiſche Abſichten; und der Staatsmann, macht er nicht die reinſten und zärt⸗ lichſten Gefühle in des Weibes Bruſt zu den mäch⸗ tigſten Hebeln ſeiner Politik? Ich erinnere mich, daß Sie mich immer aufgefordert haben, mich auf die politiſche Laufbahn zu werfen, und daß ich blos darüber gelacht habe; aber jetzt, nachdem ich den erſten Schritt gethan, laſſe ich mich immer mehr vom Strom hinreißen. Die Politik iſt eine Welt für ſich, eine große, in alle Theile des Lebens tief eingrei⸗ fende Welt: ein Geſellſchaftsroman, worin die Men⸗ Ridderſtad, Luiſe Ulriken's P dſ III. 20