Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
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herrſchen. Das Böſe wird am beſten von dem Gu⸗ ten gezügelt, das Gute von dem Böſen: Nichts zü⸗ gelt den Menſchen ſo ſicher wie Gegenſätze. Ich habe lange gelebt und viel erfahren. Mit Schrecken ſehe ich auf den einen und andern mißlichen Augenblick in meinem Leben zurück. Ich kann Dir jetzt wohl ſagen, daß ich einmal am Rand des Verderbens ge⸗ ſtanden habe, und noch jetzt kann ich mich bei der Erinnerung daran eines Grauens nicht erwehren. Aber ich habe mein Ziel erreicht, und ich will mich da behaupten. Im gegenwärtigen Augenblick geht eine große Bewegung durch den politiſchen Körper: im Senat verſpüren wir alle ſeine Zuckungen am beſten. Aber wir wachen, wie Cerberus vor dem Thore, und Niemand ſoll uns überraſchen, denn wir ſind aufs Schlimmſte gefaßt. Du darfſt einen Staats⸗ mann nicht mit dem gewöhnlichen Maß meſſen: glaube mir, Du mußt bei ihm einen krummen Maß⸗ ſtab anlegen. Es iſt keine geringe Kunſt, ſich nach allen Bewegungen zu biegen und dennoch feſt im Sat⸗ tel zu bleiben. Es iſt nicht leicht, eine große Gährung in einem Land hervorzurufen, aber noch ſchwerer iſt es, einer ſolchen entgegenzuarbeiten. Der beſte Schutz für unſere Verfaſſung iſt, daß wir ſie beſtändig ſo anſehen, als ob ſie in Gefahr ſtände. Durch dieſes Journal, ſo wie durch allerlei andere Manöver pro⸗ clamiren wir auch, daß ſie ſich in einer Art von Kriegszuſtand befinde. Dieſe erhält die Gemüther wach, das Volk auf ſeinem Poſten, den Adel bei friſchem Muth; es lähmt und ſchwächt die Königs⸗ macht fortwührend. Sollte deßungeachtet eine Ka⸗ taſtrophe eintreten, ſo widerſetzen wir uns nicht,