Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
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Ehrenpreutz lächelte.

„Von Seiten der Gegenpartei,“ verſetzte er,„wäre dieſe Gewalt Aufruhr, und wir könnten uns gar nichts Beſſeres wünſchen, weil wir dadurch Gelegen⸗ heit erhielten, ſie ſogleich beim Kopfe zu nehmen.“

„Das iſt vollkommen wahr; aber wenn ſie es ſjieetzt nicht eigentlich darauf abgeſehen hätten, die Freiheit zu vernichten, ſondern blos einige unweſent⸗ liche Modifikationen vorzunehmen?“

„Die Freiheit modificiren? Jeder Verſuch hiezu iſt ein verdeckter Angriff auf ihr eigenſtes Weſen.“

„Dieſer Artikel ſoll doch ohne Zweifel die Ge⸗ müther auf Extreme vorbereiten? Er iſt eine bren⸗ nende Fackel, hingeſchleudert im Augenblick einer 8 großen Gährung.“

„Du biſt noch ein Neuling in der Politik, mein Lieber. Beim Staatsmann handelt es ſich immer um Stehen oder Fallen. In der Jugend macht man ſich allerlei Phantaſien: man ſchafft ſich ideelle Staa⸗

ten, wo Redlichkeit und Menſchenliebe herrſchen. In dieſen Staaten iſt Alles ſo prächtig, ſo vortrefflich, und ſie haben allerdings nur einen einzigen Fehler, nämlich daß ſie ſich in der Wirklichkeit gar nicht vor⸗

finden. In ſolchen dagegen, die wirklich vorhanden’ ſind, geht ein beſtändiger Kampf auf Tod und Leben vor ſich. Was man einmal erworben hat, will man nicht mehr loslaſſen. Und wie ſoll man es erhalten? Man ſagt, Achilles ſei von einem Centauren erzo⸗ gen worden, der halb Menſch, halb Thier war. So iſt es mit aller Hoheit und aller Größe. Die Welt iſt nicht blos gut, ſie iſt auch böſe; und wir werden von beiden Elementen erzogen, um über beide zu