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Chrenpreutz ſchnellte voll Zufriedenheit mit ſeinen Fingern.
„Es iſt aber doch...“ bemerkte Creutz,„es iſt doch...“ „Lies weiter, ſo werden wir hören.“
„Die Mattherzigkeit und unzeitige Angſt der Reichtagsdeputirten,“ las Creutz,„die ſich theils durch Drohungen, theils durch falſche Gerüchte, als ob da und dort in den Provinzen Unruhen ausgebrochen oder die Anhänger der Freiheitsfeinde maſſenhaft im Anzug wären, haben oft mannigfaches und großes Unglück über das Reich gebracht. Bei ſo manchen Gelegenheiten bedarf es juſt nicht großer Körper⸗ kraft, denn auch der Schwächſte kann hier viel aus⸗ richten, wenn er nur Muth in der Bruſt hat. Ich will nicht davon reden, was ein kleiner David gegen den großſprecheriſchen Rieſen Goliath ausgerichtet hat. Die Geſchichte erzählt uns, was ein einziges muthi⸗ ges Weib zu Stande zu bringen vermochte. Mag ſein, daß einige Schwache ihr Leben hätten laſſen müſſen; dann würden aber doch die übrigen Wohlgeſinnten, wenn ſie das Blut ihrer Brüder fließen geſehen hätten, ſie nicht ungerächt gelaſſen haben...“
Creutz legte das Journal weg.
„Obſchon ich geſtehe,“ ſagte er, indem er ſich er⸗ hob,„daß mein Degen ziemlich loſe in ſeiner Scheide ſteckt, und daß ich mich nicht ſcheuen würde, ihn auch im Ritterhaus zu ziehen, ſo ſcheint mir doch der Verfaſſer zu weit zu gehen, wenn er durch ſolche allgemeine Mahnungen die Idee eines blutigen Kampfes anregt. Bedenken Sie, wenn die Gegen⸗ partei darin auch einen Aufruf an ſich erblickte?“


