Teil eines Werkes 
9. bis 14. Bändchen (1856)
Entstehung
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ſchen mit allen Mitteln des Verſtandes und Herzens für ihre Zwecke kämpfen. Betrachten Sie nur dieſe

Amanda, ein einzelnſtehendes, armes und unbedeu⸗

tendes Mädchen, wie wunderbar wird ſie nicht von den Ereigniſſen hingeriſſen? ſie ſcheint dieſelben bei⸗ nahe zum Voraus beſtimmen zu wollen. In ihrem tiefen Blick, in ihren bleichen Geſichtszügen, in ihren glühenden Reden ſteht deutlich zu leſen, was in ihrem Innern vorgeht. Ohne alle Frage kann man ſich auf ſie verlaſſen. Sie hat zu viel Leidenſchaft, um nicht aufrichtig zu ſein. Aber ich verſtehe ſie den⸗ noch nicht. Sie iſt für mich ein Phänomen, das ich nicht zu erklären vermag. Nur die Liebe, verſchmähte, verachtete Liebe kann in einen ſolchen Haß überge⸗ hen. Sie muß tief geliebt haben und ſchonungslos verſchmäht worden ſein.“

Bei dieſen letzten Worten ſpielte ein Lächeln auf den Lippen des alten Reichsraths. Es war die Weltklugheit, die ſich an jugendlichen Vorſtellungen ergötzte.

„Alle Deine Bemerkungen,“ verſetzte er,„be⸗ kräftigen meine Sätze. Bei großen Parteikämpfen werden alle Kräfte in Anſpruch genommen. Die Bedürfniſſe ſchaffen die Mittel. Das Weib kann ſich ſelten zu andern Zwecken erheben, als zu Zwecken des Herzens; aber weiß man ſich ihrer mit Verſtand zu bedienen, ſo kann ein Staatsmann nie ein beſſe⸗ res Werkzeug für ſeine Pläne finden; ſie iſt vermöge ihrer Liſt eine geborene Diplomatin, ſie bethört durch ihren Liebreiz und iſt beharrlich in ihren Neigungen. Mit den kleinen Waffen ihrer Koketterie und Eitel⸗ keit ſind auch ſchon große Dinge ausgeführt worden.

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